Ratgeber · Aktualisiert 22.09.2026
Amazon-Preisverlauf lesen: Tiefstpreis, UVP, Statt-Preis und Fake-Rabatte
Wie du am Preisverlauf erkennst, ob ein Amazon-Angebot wirklich günstig ist – und was UVP, Statt-Preis und „bisheriger Tiefstpreis“ unterscheidet.
Von Schnappradar (Nuancebit GmbH) · Erstveröffentlichung 22.09.2026 · Enthält Affiliate-Links *Werbung
Was sagt ein Preisverlauf?
Ob der heutige Preis für diesen Artikel bei Amazon.de niedrig, normal oder hoch ist. Drei Zahlen reichen: der Tiefstpreis (niedrigster bekannter Amazon-Preis), der 90-Tage-Median (der „normale“ Preis der letzten drei Monate) und der aktuelle Preis. Unsere Einordnung auf den Preisverlauf-Seiten: bis 5 % über dem Tiefstpreis oder mindestens 20 % unter dem Median heißt „Guter Preis“; mindestens 10 % über dem Median heißt „Eher teuer“; dazwischen „Normal“. Für jeden Artikel: Preis-Check.
UVP, Statt-Preis, „bisheriger Tiefstpreis“: Was ist der Unterschied?
- UVP ist die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers. Amazon führt sie als Listenpreis („LIST_PRICE“).
- Statt-Preis ist in der Regel ein früherer Amazon-Preis („WAS_PRICE“). Er sagt nichts darüber, wie lange er galt.
- „Bisheriger Tiefstpreis“ ist Amazons eigener Hinweis („LOWEST_PRICE“), dass der aktuelle Preis der niedrigste in einem Amazon-definierten Zeitraum ist.
Amazons Deal-Daten liefern diese Kennzeichnung mit; wir zeigen sie unverändert an. Ein Rabatt gegen eine UVP ist etwas anderes als ein Rabatt gegen einen Statt-Preis, der vorgestern hochgesetzt wurde.
Warum ist ein hoher Rabatt manchmal kein Deal?
Weil der Referenzpreis aufgepumpt sein kann: Ein Listenpreis, der erst seit Tagen existiert, oder ein Statt-Preis, den nie jemand bezahlt hat. Unser Radar filtert solche Fälle über die Listenpreis-Historie (seit wann existiert die UVP, wie ist ihr 90-Tage-Median). Für dich als Käufer gilt: Liegt der Preis auf dem 90-Tage-Median, ist es kein Deal, egal was der Streichpreis behauptet.
Was schreibt das Gesetz zu Streichpreisen vor?
Seit 2022 gilt § 11 Abs. 1 PAngV:
„Wer zur Angabe eines Gesamtpreises verpflichtet ist, hat gegenüber Verbrauchern bei jeder Bekanntgabe einer Preisermäßigung für eine Ware den niedrigsten Gesamtpreis anzugeben, den er innerhalb der letzten 30 Tage vor der Anwendung der Preisermäßigung gegenüber Verbrauchern angewendet hat.“
Deshalb siehst du bei Amazon neben Rabatten den „niedrigsten Preis der letzten 30 Tage“. Ein Preisverlauf über 90 Tage oder länger zeigt mehr als dieses Pflichtfenster; genau deshalb lohnt er sich.
Ist das ein Preisvergleich?
Nein. Wir vergleichen nicht zwischen Händlern, sondern zeigen den Verlauf bei Amazon.de. Für den Vergleich mehrerer Shops sind Portale wie idealo oder Geizhals zuständig. Beides zusammen ergibt das vollständige Bild: Ist Amazon heute günstig gegenüber sich selbst, und ist Amazon günstig gegenüber anderen?
Woher kommen unsere Daten?
Preishistorie von Keepa, Live-Preis und Verfügbarkeit von der Amazon Creators API mit Prüfzeitpunkt an jeder Zahl. Mehr dazu: So funktioniert Schnappradar.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen UVP und Statt-Preis?
Die UVP ist die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers; ein Statt-Preis ist ein früherer Amazon-Preis. Amazon liefert dazu ein eigenes Label (LIST_PRICE vs. WAS_PRICE); wir zeigen es unverändert.
Warum ist ein hoher Rabatt manchmal kein Deal?
Wenn der Referenzpreis aufgepumpt war. Ein Preis, der auf dem 90-Tage-Median liegt, ist kein Deal – egal, was der Streichpreis behauptet.
Was ist ein „Preisvergleich“ auf Schnappradar?
Keiner. Wir vergleichen nicht zwischen Händlern, sondern zeigen den Preisverlauf bei Amazon.de. Für einen Händlervergleich braucht es Portale wie idealo oder Geizhals.